Referent:
Sebastian Zehmke-Marahrens
Deutsche Offshore Consult GmbH


Senior Project Manager/Consultant

Vortragsinhalt:

Energieseekabel – etwa die Verbindungs- und Exportkabel von Offshore Windparks – sind vielfältigen Risiken ausgesetzt: versagende Kabelschutzsysteme, Auskolkungen, Schiffskollisionen, Kabeldurchschläge, über den Meeresboden gezogene Anker oder sogar Sabotage.

Unabhängig davon, wie ein Schaden entsteht, führen solche Vorfälle fast immer zu erheblichen betrieblichen und finanziellen Auswirkungen sowie zu komplexen Herausforderungen und Risiken.

Die Reparatur eines Unterseekabels zählt zu den anspruchsvollsten Aufgaben im Offshore Bereich. Die Kabel liegen oft mehrere Meter tief im Meeresboden und sind nur mit Spezialschiffen, spezieller Ausrüstung und erfahrenem Fachpersonal erreichbar. Hinzu kommt, dass projektspezifische Ersatzteile rechtzeitig verfügbar sein müssen. Zudem begrenzen Witterung und Seegang die möglichen Einsatzfenster häufig auf nur wenige Tage im Jahr – ein kritischer Faktor in der Schadensbewältigung.

Fehlende Ersatzteile, unzureichende Notfallpläne oder ein Schaden zur falschen Jahreszeit können schnell Einspeiseverluste in Millionenhöhe verursachen – zusätzlich zu den eigentlichen Reparaturkosten.

Weitere Risiken entstehen durch Selbstbehalte, potenzielle Vertragsstrafen sowie mögliche Organhaftungsansprüche bei mangelnder Prävention.

In diesem Vortrag berichten wir, die Deutsche Offshore Consult GmbH (DOC), über die umfangreichen Erfahrungen aus einem realen Reparaturprojekt im Windpark BARD Offshore 1, bei dem ein im Frühjahr 2025 entdeckter Kabelschaden für den Betreiber, die Ocean Breeze Energy GmbH & Co. KG, unter hohem Zeitdruck behoben werden musste.

Der Vortrag beleuchtet die technischen und organisatorischen Herausforderungen – von Materialbeschaffung und Logistik über die Planung des Schiffseinsatzes bis hin zur operativen Durchführung auf See.

Auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse geben wir konkrete Empfehlungen für präventive Maßnahmen, darunter die Bedeutung belastbarer Notfallpläne, einer strategischen Ersatzteilvorhaltung und eines wirkungsvollen Risikomanagements.

Ziel ist es, die maritime Resilienz von KRITIS Betreibern nachhaltig zu stärken.

CV:

Sebastian Zehmke-Marahrens ist Senior Project Manager & Maritime Consultant bei der Deutschen Offshore Consult GmbH (DOC).

Er verfügt über einen Bachelor in Seeverkehrs und Hafenwirtschaft sowie einen Master in Wirtschaftsrecht und bringt mehr als 15 Jahre internationale Erfahrung im Offshore Sektor mit.

Sein Schwerpunkt liegt auf dem Bau und Betrieb von Offshore Windparks, der Installation und Reparatur von Energieseekabeln sowie der Beschaffung, Bewertung (Due-Diligence) und dem operativen Einsatz von Spezialschiffen.

Darüber hinaus berät er Unternehmen in strategischen Management Fragen in Sachen Maritimer Resilienz.

Sein Projektportfolio umfasst die operative wie auch strategische Unterstützung anspruchsvoller Großprojekte – von der technischen Integration über komplexe Schnittstellenkoordination bis hin zur Steuerung unterschiedlichster Stakeholder, darunter Geschäftsführer, Projektleiter, Vorstände/Beiräte, Reeder, Behörden, Juristen, Versicherer, Zertifizierer und viele mehr. Dabei stellt er die Erfüllung hoher Leistungs- , Zeit- und Qualitätsanforderungen sicher und treibt kontinuierliche Verbesserungen voran.

Als ausgewiesener Experte für Seekabelinstallation und Reparatur unterstützt er zahlreiche namhafte Unternehmen der Offshore Industrie.

Seine analytisch risikoorientierte Arbeitsweise fließt nicht nur in Kundenprojekte, sondern auch in Forschungs- und Entwicklungsinitiativen sowie seine eigene wissenschaftliche Arbeit ein. Zusätzlich ist er bei der DOC als IT und Cybersicherheitsbeauftragter tätig und verantwortet dort wesentliche Aspekte der digitalen Resilienz.